gehölzrückschnitt contra

Juni 1, 2016
mauer
Alle Gartenbesitzer sollten rechtzeitig, das heißt also im Zeitraum vom 01.10. eines Jahres bis zum 29.02. des Folgejahres die erforderlichen Gehölzrückschnitte durchführen. Wem hierzu die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten fehlen, kann sich zur Durchführung dieser Gehölzrückschnittarbeiten vertrauensvoll an die Fachbetriebe des Verbandes Garten- und Landschaftsbau wenden.

 

Vielen Gartenbesitzern ist vollkommen unbekannt, dass sie mit Geldbußen bis zu 50.000,00 € rechnen müssen, wenn sie in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September eines jeden Jahres Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht, Schilfbestände roden, abschneiden oder auf sonstige Weise zerstören. Davon unberührt bleiben schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen.

Darüber hinaus ist es ebenfalls ganzjährig verboten, Feldraine, Böschungen, Brachflächen und Wegeränder abzubrennen oder mit chemischen Mitteln niedrig zu halten oder zu vernichten. Diese Punkte sind in §64 des Landschaftsgesetzes Nordrhein Westfalen im August 1994 durch den Nordrheinwestfälischen Umweltminister Klaus Matthiesen erlassen worden.
Noch immer ist im Frühling das verbotene Abflammen der trockenen Vorjahresvegetation auf Feldrainen, Böschungen, nicht bewirtschafteten Flächen und an Wegerändern eine weit verbreitete Unsitte. Unzählige Bodenbrüter, vor allem früh brütende Singvogelarten wie Goldammer, Feld- und Heidelerche, Bachstelze, Rebhuhn und Wachtel, aber auch viele Kleinsäuger, Schmetterlinge und Insekten werden deshalb alljährlich Opfer dieser Gedankenlosigkeit.
Wer je einen Igel mit verschmorten Stacheln sah oder ein verbranntes Nest mit toten Jungvögeln, wird diesen Anblick nicht so schnell vergessen können. Wer Hecken, Gebüsche, Röhricht und Schilfbestände nach dem 01. März rodet, nimmt vielen Vögeln, Säugetieren und Insekten nicht nur den Nist- und Brutraum, sondern auch die Wohn- und Zufluchtstätten, sodass sie vermehrt den Gefahren durch Beutegreifer ausgesetzt sind. Verstöße gegen die Schutzvorschriften für diese Kleinlebensräume werden deshalb in NRW nicht als Kavaliersdelikt geahndet, sondern mit empfindlichen Geldbußen belegt. Der Heckenschutz gilt nicht nur für die freie Landschaft, sondern auch für öffentliche und private Grünflächen in unseren Städten und Gemeinden.
Insgesamt geht es darum, den Lebensraum für viele Tierarten zu erhalten, der mit dem Abschneiden der Hecken sonst zerstört würde. Auch während der Wachstumsperiode dürfen die notwendigen Pflege- und Formschnitte, die beispielsweise aus Gartengestaltungsgründen, aber auch aus Gründen des Nachbarrechts oder der Verkehrssicherheit notwendig sind, weiterhin durchgeführt werden. Städte und Gemeinden, aber auch private Grundstückseigentümer sollten dabei vorsichtig zu Werke gehen, um die Brut- und Nistplätze von Tieren nicht zu gefährden. Die Austriebe von Hecken, die in einen Bürgersteig hineinragen und im Einzelfall eine Gefahr für Passanten darstellen können, dürfen also soweit zurück geschnitten werden, dass Schäden für Mitbürger ausgeschlossen werden.
Ihre Mauer GmbH Neuss